Was pflanzen wir ins Hochbeet?!

Auf die Plätze, Säen – Los!

 

 

 

 

 

 

 

Alles Gute für das neue Jahr! Ich hoffe, Sie haben es gut begonnen und sehen mit großer Erwartung dem neuen Gartenjahr entgegen. Das erinnert mich daran, dass ich mich um Saatgut kümmern muss. Obwohl… Da ich samenfestes Saatgut verwende, lasse ich meist ein bis zwei Pflanzen blühen und Samen bilden. So haben wir im Winter in der Gartentherapie etwas zu tun, z.B. mit vielen helfenden Händen das abgeerntete Saatgut in kleine Tütchen packen. Wir sparen Geld bzw. die Einrichtung und wir müssen deswegen meist kaum Saatgut besorgen.

Endlich! Die Tagespflege, in der ich den Garten geplant habe, hat im letzten Sommer ein für Rollstuhlfahrer geeignetes Hochbeet zugelegt, das nun bepflanzt werden soll.

Die Gemüsesorten in der Tagespflege sollen zum Naschen zwischendurch sein – Menschen mit Demenz empfinden manchmal keinen Appetit oder Hungergefühl, so dass man einer Mangelernährung vorbeugen kann. Umgekehrt gibt es auch Demenzformen, bei denen das Sättigungsgefühl nicht mehr ausgeprägt ist. Anstatt zu viel von Ungesundem zu essen, ist also das Naschen von gesundem Gemüse am Hochbeet ausdrücklich erlaubt!

Wie ich bei der Planung vorgegangen bin, lesen Sie hier.

Bevor wir mit der Aussaat beginnen können, muss das Hochbeet fachgerecht aufgebaut werden. Dazu kann man ein paar Senioren motivieren, evtl. eine Männergruppe zusammenstellen.

Es werden folgende Schichten eingebracht, von unten (grob) nach oben (fein):

  • Die engmaschige Drahtschicht (gegen Wühlmäuse) wurde hier weggelassen, da das Hochbeet auf Terrassenplatten steht und keinen Erdkontakt hat, stattdessen wurde ein Vlies und  eine Kiesschicht von 10cm als Drainageschicht eingebaut, damit das ablaufende Wasser nicht die Terrasse verschmutzt; seitlich wird eine Noppenfolie getackert, um das Holz vor Wasser zu schützen
  • Laub, 5cm
  • grobe Holzabfälle, armdicke Äste, 20cm
  • Laub, 20cm
  • Rasensode, Stroh, 10cm
  • halbverrotteter Kompost, 15cm
  • Erde, Kompost, 15cm

Die Hochbeetbepflanzung sind wir in 2 einzelnen Gartenstunden à 45 Minuten angegangen. In der ersten Gartenstunde suchen wir zusammen die Pflanzen aus, die die meisten kennen und lecker finden. Anhand von Bildern und mitgebrachten Pflanzen frischen wir unsere Erinnerung wieder auf; es wird gerochen, gezupft und geschmeckt, dazu werden Anekdoten erzählt und Pflegetipps gegeben. Wir halten die Ideen auf einem DIN A3-Papier fest. Beim nächsten Treffen haben wir den Stand der Dinge noch etwas abgeändert, bis wir alle zufrieden sind.

Eine erste Auswahl fällt auf Pflanzen für den schnellen Erfolg, z.B. Kresse, Radieschen, Kapuzinerkresse und Ringelblumen – es soll ja auch schön aussehen. Bei den Kräutern fällt die Auswahl auf Schnittlauch, Petersilie, Bohnenkraut, Minze und Borretsch. Die meisten davon habe ich selber im Garten und kann sie kostenlos beisteuern. Daneben gibt es auch eine rote und gelbe Cocktailtomate und eine Reihe Möhren. Wir diskutierten eifrig, wo welches Gemüse und die Kräuter hingepflanzt bzw. -gesät werden. Es gibt schließlich gute Nachbarn und schlechte Nachbarn. Außerdem ist das Hochbeet aufgrund der Unterfahrbarkeit auf einer Längsseite eher ein flaches Tischbeet mit nur ca. 15cm Erdtiefe. Es fällt zur anderen Längsseite ab, so dass an der tiefsten Stelle Möhren und an der flachsten Stelle Kresse gesät werden. Da das Hochbeet teilweise unterm Balkon, also vor Regen geschützt steht, bietet es sich an, dort die Tomaten hinzupflanzen. Gurke und Tomate mögen sich nicht recht und werden deshalb so weit wie möglich auseinandergesetzt.

Günstig ist es, die Lücken von geerntetem Gemüse gleich mit einzuplanen. Was folgt auf die Radieschen, was auf Möhren? Nach Radieschen wähle ich gerne Buschbohnen. Diese werden erst im Mai gesät, wenn die Radieschen längst geerntet sind, und sie tragen schnell. Gemüse mit kurzer Kulturdauer wie Asiasalat, Pflücksalat oder Kresse kann ich ebenfalls als Lückenfüller empfehlen.

Von einer sehr eifrigen Gärtnerin erhalte ich eine Einführung in das richtige Pflanzen und Angießen. Denn so wie ich das mache, geht das ja nicht. Ich spiele mit und lasse mich belehren, werte ihre Entrüstung positiv, weil ihr Engagement zeigt, wie gut es ihr gefällt, wieder mal gärtnern und ihr Wissen weitergeben zu dürfen. Wie schön!  Nichts anderes wollte ich.

In diesem Sinne: Viel Spaß im neuen Gartenjahr und beim Säen Ihrer Köstlichkeiten!