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Pflanzt bitte Apfelbäume!

Pflanzt bitte Apfelbäume!

Ja, bitte pflanzt bitte Apfelbäume!

Diese Bitte sollte zunächst an Senioreneinrichtungen gehen! Aber Halt! Eigentlich gehört er überhaupt in jeden Garten, oder?

Neulich war ich in einer Einrichtung, die endlich mal einen großen, ausgewachsenen Apfelbaum im Garten hatte. Und: Äpfel. Und die Äpfel waren reif. Alle freuten sich schon die ganze Woche auf die Apfelernte und fragten, wann denn die nächste Gartenstunde sei, sagte man mir! Und wie die nun war, das lest Ihr hier.


Ich habe ein paar Äpfel aus meinem Garten mitgebracht zum Vergleich. Die eine Sorte war sehr rau, die andere war wie eingewachst, wir rochen und fühlten und versuchten uns zusammen an die Sorten zu erinnern.

Die gesamte Gartengruppe hat sich dann endlich auf den Weg gemacht, den Baum zu ernten. Auch aus dem Rollstuhl konnte ein Herr mit dem langen Apfelpflücker die Äpfel runterklauben.
Witzig fand ich die selbstverständliche Rollenverteilung: Die beiden Herren machten sich sofort ans Apfelpflücken, die meisten Damen ernteten am Hochbeet Tomaten, Gurken, Rucola und Ringelblumenblüten. Was wir damit zubereiteten, dazu ein andermal…

Äpfel sind so viel mehr als nur ein Obst. Es ist DAS Obst, das früher im ländlichen Garten stand, wovon sich Familien den ganzen Winter mit Vitaminen versorgten. Vor allem, wenn man verschiedene Sorten hatte, die zu unterschiedlichen Zeiten reif wurden.

Senior:innen machten den Apfel auf verschiedene Weisen haltbar: Sie kochten Apfelmus und erzählten mir davon, wie sie ihn durch die flotte Lotte drehten. (Sie waren ganz erstaunt, dass ich das heute auch noch so mache). Sie erzählten mir, wie Äpfel am besten gelagert werden, warum der Lederapfel am besten für Apfelkuchen und -Strudel geeignet ist. Und dabei haben wir kräftig geschnippelt und probiert.

Übrigens: Apfelschalen nicht wegwerfen! Aus Apfelschalen kann man Tee machen. Ich habe in diesem Blogbeitrag davon berichtet. Apfelschalentee wirkt bei demenzbedingter inneren Unruhe und Nervosität beruhigend. Außerdem enthalten sie neben Balaststoffen Antioxidantien, die freie Radikale im Körper bekämpfen und so vor Zellschäden schützen. Mann kann die Schalen auch trocknen und den Tee später zubereiten (ca. 2-EL Schalen auf 250ml Wasser für 10min, bei frischen Schalen muss das Wasser kochen).

Und es gibt so viele Redewendungen zum Thema Apfel. Um nur mal den bekanntesten zu sagen: An apple a day keeps the doctor away. Und dann war auch noch Wilhelm Tell, der auf den Apfel geschossen hat. Außerdem kann man auch damit toll drucken und…und…

Der Apfel ist unglaublich vielfältig, deswegen pflanzt einen Apfelbaum! Im Norden gibt es eine Einrichtung, die Spindelbäume direkt am Weg gepflanzt haben, damit man (Obacht!) vom Pflegebett aus einen Apfel pflücken kann-ist das nicht klasse? In meinen Sinnes- und Therapiegärten plane ich ihn auch immer ein, den Apfelbaum `malus domestica´. Hier ist einer gerade erst gepflanzt worden und es hängt schon ein Ohrenkneiferglocke dran.

Wir haben 7 Apfelbäume im Garten und haben nun geertet und sie zu Saft pressen lassen: 100 Liter – dabei haben wir gar nicht alles abmachen können. Und wir haben noch Saft vom letzten Jahr…

Gerade versuche ich auf einer Postkarte zusammenzufassen, was der Apfel in der Gartentherapie leisten kann, ich habe jetzt schon Platzprobleme…

Was fällt Euch noch dazu ein?